BZNW zu Besuch

Am 21.8. besuchten uns eine Gruppe Altenpflegeschüler des BZNW.

Kurz vor ihrer Abschlussprüfung informierten sich die Schüler über die Arbeit eines Bestatters.
Viele Fragen dazu wurden von Margit Keunecke beantwortet

Besuch der 10. Klasse der Gesamtschule Hamminkeln

Am 10. April besuchte uns die 10. Klasse der Gesamtschule Hamminkeln.
Der Besuch war Abschluss einer Themenreihe “Tod und Sterben”.

Vielen Dank für’s Foto.

10 Jahre Conny Barlag

10 Jahre bei Bestattungen Keunecke, haben wir mit Conny Barlag am 1. April 2019 gefeiert.

Erste Lesung von Jette Barlag

Volles Haus hatten wir am 20. März.
Jette Barlag, die Tochter unserer Trauerrednerin hielt an ihrem 13. Geburtstag die 1. Lesung ihrer Gedichte

Es gab Standing Ovations für das außergewöhnliche Talent.

Unser Auszubildender Julian Hommel auf Radio KW

In der “Ausbildungswoche” stellt Radio KW Ausbildungsberufe vor, die etwas außergewöhnlicher sind. Julian ist im zweiten Ausbildungsjahr bei uns und gibt einen Einblicke in seinen Arbeitsalltag.

Teil 1: Julian über seinen Ausbildungsberuf zur Bestattungsfachkraft

Teil 2: Wie der Ausbildungsberuf zur Bestattungsfachkraft Julians Leben beeinflusst

Besuch von Altenpflegeschülern am 20.09.2017

Am 20.09. besuchte uns eine Gruppe Altenpflegeschüler aus Alpen. Nach einer Führung durch unsere Räumlichkeiten und einem kleinen Imbiss in unserem Gastraum gab es viel Lob für uns.
Dafür herzlichen Dank.

Kulturnacht 2017

Wie in jedem Jahr nahm auch 2017 Bestattungen Keunecke an der Weseler Kulturnacht teil.

Am 16.09.2017 präsentierte sich, auf der Fassade des Bestattungshauses,  der Lichtkünster Kurt Laurent Theinert .

Unter dem Thema Ahnungen wurde mit einer audio-visuellen Projektion eine abstrakte Ahnung in eine Welt jenseits des Alltags eröffnet.

 

 

Eine Stunde abschalten

Wesel. „Geh doch mal unter Leute!“ Ein gut gemeinter Rat, den Trauernde häufig zu hören bekommen. Darf man das? In Gesellschaft unbeschwert sein, vielleicht sogar mal lachen – oder bei Bedarf auch weinen? Man darf. Einmal im Monat gibt es im Gasthaus Himmel und Erde das Café Schönes Stündchen. Üblicherweise immer am ersten Dienstag, im Dezember ausnahmsweise am zweiten Dienstag. Was erwartet die Gäste?

„In Trauergesprächskreisen geht es immer recht schwermütig zu“, sagt Conny Barlag, Trauerrednerin und Trauerbegleiterin beim Bestattungsunternehmen Keunecke. „Leute erzählen sich gegenseitig ihre Probleme. Davon wollen wir uns absetzen. Wie es der Name sagt: Die Menschen sollen ein schönes Stündchen erleben.“ Niemand müsse sich erklären, wenn er lacht. Oder wenn auch mal eine Träne fließt.

Ins Gespräch kommen
Margit Keunecke stimmt zu. Hier werde Trauer nicht analysiert, dieses Angebot sei in Wesel ausreichend vorhanden. Es geht um ein paar unbeschwerte Minuten. „18 bis 20 Leute sind bislang gekommen. “ Für manche ist der Verlust noch frisch, bei anderen ist es bereits Jahre her, dass sie Ehemann oder ein Kind verloren haben. Und es sei nicht wichtig, welches Beerdigungsinstitut beauftragt worden ist. „Es entstehen Gespräche. Über Selbstfürsorge beispielsweise. Lohnt es sich, für sich allein zu kochen? Ja!“, beschreibt Keunecke ein Thema, das die Trauernden bei Grünkohl mit Pinkel diskutiert haben. Schnell ist man bei Rezepten angelangt, tauscht Tipps aus. Kontakte werden geknüpft, mitunter sogar Adressen getauscht. Über die Speisen können die ersten Gespräche angeknüpft werden. Und ja: Manchmal lachen die Teilnehmer auch. Und es tut gut.

Trauer nicht wegreden
Im Gasthaus herrscht eine angenehme Atmosphäre, „wir wollen auch eine kulinarische Reise anbieten“, sagt Margit Keunecke. Nach dem Grünkohl stehen nun Bratäpfel mit Vanillesoße auf der Speisekarte. Kostenlos. „Ich finde, Trauerbegleitung darf nicht in Rechnung gestellt werden“, sagt Conny Barlag, die wie Margit Keunecke immer beim schönen Stündchen dabei ist.

„Das Leben geht weiter“, sagen die Frauen. Beide haben nicht nur professionelle, sondern auch ganz persönliche Erfahrungen mit Tod und Trauer. Margit Keunecke ist Witwe, Conny Barlag hat einen Sohn im Kindbett verloren. Die Frauen wissen, wovon sie sprechen. „Wir wollen beim Schönen Stündchen die Trauer nicht wegreden oder Kaffeeklatschpsychologie betreiben. Es geht darum, ein wenig zurück ins Leben zu finden“, erklärt Barlag. Dass das nicht einfach ist, verwundert kaum. Manchmal sucht jemand nach dem Essen das Gespräch mit ihr, um über seine Trauer zu sprechen. Das ist in Ordnung. Niemand muss sich erklären.

Quelle: WAZ, Petra Herzog, 22.11.2014

http://www.derwesten.de/staedte/nachrichten-aus-wesel-hamminkeln-und-schermbeck/eine-stunde-abschalten-aimp-id10066215.html#plx735551064

 

Tag der Architektur

Der Weg zum Herzstück des Trauerhauses führt über eine Brücke. Vom kleinen, sonnendurchfluteten Innenhof geht’s über sanft plätscherndes Wasser durch eine Glasfront hinein in den großen Abschiedsraum.
In der einen Ecke steht ein rotes Sofa, in der anderen die mit einem schwarzen Tuch bedeckte Bahre.

„Das Wasser symbolisiert das Leben genauso wie den Tod“, sagt Margit Keunecke. Und um diese Verbindung zwischen Leben und Tod geht es im Trauerhaus, das Margit Keunecke und ihr Sohn Michael seit anderthalb Jahren führen. Ihre Philosophie: Der Tod ist Teil des Lebens und gehört nicht an den Rand der Gesellschaft. Sondern in ihr Zentrum.

Wie sich diese Philosophie im Baustil des Trauerhauses wiederspiegelt – davon können sich die Besucher beim Tag der Architektur ein Bild machen. Überall in Deutschland und am Niederrhein präsentieren am letzten Wochenende im Juni Bauherren und Architekten zeitgenössischen Objekte: Gärten, Geschäfts-, Gottes- und Wohnhäuser. Oder eben ein Trauerhaus.

Im Januar 2007 haben die Keuneckes die Traditionsgaststätte Kamp in Wesel ersteigert und vor dem Abriss bewahrt. Ein Jahr später begannen die Renovierungsarbeiten in der Kneipe und der Neubau des Hintertrakts. Anfang 2009 feierten sie die Eröffnung, des Trauerhauses, „das in diesem Stil einzigartig ist“, wie Michael Keunecke sagt.

Trauerhäuser gibt es seit etwa 15 Jahren. Als Gegenpol zu sterilen Friedhofshallen wollen sie Angehörigen einen würdigen Rahmen für den Abschied von ihren Verstorbenen bieten. „Bei uns passiert das in drei Schritten: Trauern, Abschiednehmen und Feiern, um ins Leben zurück zu kehren“, erklärt Margit Keunecke.

Jedem dieser Schritte ist ein eigener Raum vorbehalten. Zuerst führen die Bauherrn und Architekt Fred-Jürgen Störmer die kleine Besuchergruppe also in den Abschiedsraum. „Man merkt, dass sich die Leute hier viel mehr Zeit als in einer Leichenhalle nehmen“, berichtet Margit Keunecke. Und erzählt von Angehörigen und Freunden, die Stunden hier verbracht haben – mit Essen, Rotwein und Gitarre.

Früher war es normal, dass die Toten bis zur Beerdigung zu Hause aufgebahrt wurden, damit die Familien Zeit mit dem Verstorbenen verbringen konnten. „Das wollen wir wieder möglich machen, indem wir den Tod ins Leben zurück holen“, sagt die Hausherrin.

Himmel und Erde

Weiter geht es in den Trauerraum. Von außen ist er nicht einsehbar: „Die einzige Verbindung zur Außenwelt ist der Lichthof“, erklärt Störmer. „Wie im ganzen Gebäude spielt die Einstrahlung des Lichts hier eine große Rolle.“

Ein Flur führt in den ehemaligen Kneipenraum. Heute heißt die Gaststätte Himmel und Erde. Vom alten Inventar sind nur die bunten Fenster und der Holzboden übrig geblieben. Ansonsten ist alles in Schwarz und Weiß gehalten: modern, aber keineswegs kalt.

Normalen Kneipenbetrieb gibt es zwar nicht. Aber neben den vielen Trauergemeinden, die zum Kaffee und Kuchen kommen, nutzen auch Hochzeits- und Taufgesellschaften die Räumlichkeiten. Scheinbare Gegensätze – zwischen, denen die Architektur eine Brücke geschlagen hat.

Quelle: WAZ. Matthias Wenten, 27.6.2010
http://www.derwesten.de/region/niederrhein/raum-fuer-den-abschied-id3351379.html#plx1281490694

Ganz nah am Leben

Diese Veranstaltung war eine Premiere bei der Kulturnacht: Trauerrednerin Conny Barlag erinnerte, mal mit Witz, mal ergreifend, bei einer Friedhofsführung an Verstorbene.
Anfang September ist Hermann Jansen verstorben. An seinem 99. Geburtstag. Der stets zu Späßen aufgelegte Spirituosenhändler verabschiedete sich auf seine eigene Art. „Viel Vergnügen“ lauteten seine letzten Worte. Wenige Tage nach Jansens Tod stehen 60 Weseler an seinem Grab, schauen auf das kleine Holzkreuz und lauschen den Geschichten, die Trauerrednerin Conny Barlag aus dem Leben des Toten erzählt. Auf dem Friedhof an der Caspar-Baur-Straße erwachten zu Beginn der 9. Weseler Kulturnacht verstorbene „Local Heroes“ zum Leben.

Hermann Jansen war so ein lokaler Held. Ein waschechter Weseler, der im Dudenschlöss-chen groß geworden ist. 99 Jahre alt wollte er werden. 99 Jahre, in denen er Spuren in seiner Heimatstatt hinterlassen hat. Conny Barlag führt die Besucher an Jansens letzte Ruhestätte und auf die Fährte des „Weseler Urgesteins“.

Unweit Jansens frischer Grabstelle stoppt sie ihr Gefolge vor einem schwarzen Stein. Michael Keunecke liegt hier seit 2004. Der Gründer des Bestattungsinstituts, für das auch Conny Barlag arbeitet, ist durch sein Engagement für den Handballsport stadtbekannt geworden. Doch wussten nur wenige der aufmerksamen Zuhörer, dass Michael Keunecke und sein Bruder Fritz, der nebenan zu Grabe getragen wurde, als „echte Weseler Jungs Kneipen und Feste unsicher gemacht“ ha-ben.

Der Mann mit den großen Händen

Heiter, informativ und respektvoll erzählt Conny Barlag vor dem Grabstein ihres verstorbenen Nachbarn Friedel Rabeling vom „Mann mit den großen Händen“, der beim Anblick eines Babys ganz zart werden konnte. Bekannt war Rabeling in Wesel vor allem als stets pfeifender und singender Maler auf seinem schwarzen Fahrrad. Bestens kann sich die Erzählerin an die Zeiten erinnern, als der passionierte Hochseeangler Fisch für die gesamte Nachbarschaft mit nach Hause brachte.

Ergreifend ist die Geschichte der Sieglinde Tchorz, die wunschlos glücklich starb und nun im Urnengrab an der Caspar-Baur-Straße liegt. Er-schütternd ist Conny Barlags Erzählung von Charlotte Schlett. Neben einer Mülltonne für „nicht kompostierbare Abfälle“, versteckt hinter Zweigen, liegt die Dame mit ihren drei Kindern beerdigt. Der Grabstein zeugt von ihrem Schicksal. Beinahe verblasst, ist ein Boot mit Hilferufenden sowie drei Rosen mit gebrochenen Knospen zu erkennen. Als Charlotte Schlett mit ihren Kindern ihrem Mann von Düsseldorf nach Wesel folgen wollte, verunglückte die Familie auf dem Rhein.

Bei einem bunt geschmückten Grab hält Conny Barlag erneut. Robert J. Schramm steht darauf. Nur ein halbes Jahr lebte der Kleine im Kreis seiner Familie. „Er hat seine Stimme nicht nutzen können. Doch seine Augen haben alles gesagt“, erzählt Conny Barlag. „So traurig ein Ende ist – davor steht immer ein Leben“, sagt die Trauerrednerin und blickt auf die große Sonnenblume ein paar Schritte weiter. Es ist das Grab ihres verstorbenen Sohnes Titus. Über ihren persönlichen „Local Hero“ auf dem Friedhof der Caspar-Baur-Straße hat sie ein Buch geschrieben. In der Trauerhalle liest sie anschließend daraus vor. Der Titel lautet „Titus – Ein Leben“.

Quelle: WAZ, Cai-Simon Preuten, 26.9.2010
http://www.derwesten.de/staedte/nachrichten-aus-wesel-hamminkeln-und-schermbeck/ganz-nah-am-leben-id3760723.html#plx1852531219